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VEREINSCHRONIK 1960 - 1989 Die sechziger Jahre Im
März 1960 zählte der 1. FC Germania Bargau 190 Mitglieder und auf der
Jahreshauptversammlung übernahm Josef Grupp wieder den Vorsitz des Vereins, den
Posten des Stellvertreters trat Oskar Wanner an. Stephan Knödler übernahm die
Kasse, Alfred Braitmaier blieb Schrift- und Geschäftsführer, die Spielleitung
blieb in den Händen von Richard Klein. Für die anstehenden Baumaßnahmen
zeichneten sich Alfred Vogt, Josef Dangelmaier und Alfred Staiber
verantwortlich. Acht Jahre nach dem Vereinsausschluss gegen das Gründungsmitglied,
das eine Entschädigung für die Verletzung seiner Ehefrau bei einem Fußballspiel
beantragt hatte und abgewiesen worden war, wurde er auf Antrag von Vorstand
Grupp wieder aufgenommen. Am 16. Juni 1960 kam dann nach langem hin und her auch
endlich die Baugenehmigung für den Bau. Jetzt musste erst der Bach begradigt
werden. Bereits zwei Monate später konnte der FCB dank der großen Unterstützung
durch die Bargauer Firmen und Handwerker und den unermüdlichen Einsatz von
Vorstand, Bauausschuss und die vielen freiwilligen Helfer Richtfest gefeiert
werden. Der anschließende Richtschmaus im Gasthaus Ochsen endete dann wieder
sehr spät und prompt wurden die Gäste von Wachtmeister (und Mitglied!) Fritz
wegen Überschreitens der Sperrstunde mit einer Strafe belegt. Die Krönung
dieser Episode stellte dann dessen lakonischer Kommentar „Dienst
ist Dienst und Schnaps ist Schnaps!“ dar: Mit
der Fertigstellung fiel den Verantwortlichen ein großer Stein vom Herzen. Dank
großzügiger Spenden von der Fa. Spießhofer und Braun und der Fa. Fein hielten
sich die finanziellen Nachwirkungen in Grenzen. Großen und tatkräftigen Anteil
am Gelingen des Projekts trugen vor allem Josef Dangelmaier, Alfred Vogt und
Alfred Staiber, doch auch andere Mitglieder waren über die Maßen aktiv.
Schriftführer Alfred Braitmaier sprach denen im Protokoll seine Anerkennung aus
und gestand ein schlechtes Gewissen: „[...]
wenn ich nur an die Ehezwistigkeiten denke, welche durch unseren Bau entstanden
sind [...]“ Allerdings blieb nicht viel
Zeit, die Risse in den FC-Ehen zu kitten, denn mit den
Einweihungsfeierlichkeiten wartete bereits die nächste große Herausforderung
auf die Verantwortlichen, das zum bislang herausragendsten Ereignis der
Vereinsgeschichte werden sollte. Geplant war ein großes Zeltfest am 24. und 25.
Mai direkt über dem Bach hinterm Clubheim. Für die musikalische Unterhaltung
sorgte die bekannte Zuffenhausener Trachtenkapelle und als sportliches Highlight
war der SSV Reutlingen zu einem Spiel gegen eine Kreisauswahl eingeladen
(Endergebnis 10:4). Außerdem spielte die erste Mannschaft des FCB gegen eine
Kombination der Normannia und der Sportfreunde Gmünd (Endergebnis 3:1). von
links Spielleiter Hans Krauss, Georg Rieg, Horst Kmoch, Alfred Baumhauer, Ewald
Wanner, Manfred Baier, Kuno Wanner, Alois Bolsinger, Robert Staiber, Siegfried
Rieg, Manfred Staiber, Berthold Bläse, Bruno Klein. Mehrere
tausend Zuschauer waren zu diesem einmaligen Ereignis unter den Scheuelberg
gekommen. An dem Festzug durchs Dorf nahmen neben den einheimischen Vereinen
auch noch die Nachbarvereine aus Heubach, Bartholomä, Weiler, Bettringen,
Waldstetten, Böbingen und Mögglingen teil. Die Einwohnerschaft Bargaus und die
Mitglieder des Vereins schwelgten noch in der Erinnerung an diese beiden großartigen
Tage im Juni, da wurde von den ehrgeizigen Funktionären schon die nächsten Pläne
geschmiedet. So bemühte man sich um eine Konzession zum Verkauf von Getränken
auf dem Sportgelände und begann mit der Errichtung einer Lichtanlage für den
abendlichen Trainingsbetrieb auf dem Sportplatz. Auch in sportlicher Hinsicht
blieb man im Verlauf des Jahres 1961 erfolgreich. Die erste Mannschaft belegte
zur Winterpause in der A-Klasse einen ausgezeichneten 2. Platz und die A-Jugend
war Staffelmeister geworden. Für die Einrichtung und des Schankraumes im neuen
Clubheim wurde im Januar 1962 ein Vertrag mit der Hirschbrauerei in Heubach
abgeschlossen. Nur knapp mit 0:1 scheiterte die erste Mannschaft von Spielleiter
Hans Krauss im März ’62 im Endspiel des Bezirkspokals gegen den FV Viktoria
Wasseralfingen. Zur Belohnung für die glänzenden Leistungen (2. Platz in der
A-Klasse) im laufenden Jahr genehmigte der Ausschuss den Fußballern eine
Teilnahme am Internationalen Pfingstturnier in Ehrwald, wo man mit dem zweiten
Platz die Bargauer Farben ebenfalls blendend vertrat.
Knappe
zweieinhalb Jahre nach der Fertigstellung des Clubheimes tauchten die ersten
Probleme auf. Zunächst stellte sich die vom WLSB vorgeschriebene Heizungsanlage
im Clubheim als zu leistungsschwach heraus, weil sie lediglich für einen
Umkleidebereich vorgesehen war und nicht für einen zusätzlichen Schankraum.
Weil der aber zur Deckung der laufenden Kosten unabdingbar war, musste mit einem
Holz- und Kohlenofen nachgeholfen werden. Ins Jahr 1963/1964 fiel auch die Gründung
einer Leichtathletikabteilung und der Bau von verschiedenen leichtathletischen
Anlagen auf dem Sportgelände. In der Aufnahme sah man eine wichtige und
notwendigen Ergänzung bei der körperlichen Entwicklung und motorischen
Ausbildung der Fußballer. Für die Planung und Durchführung der Baumaßnahmen
und auch für die Betreuung des Übungsbetriebes zeichnete sich Georg Rieg
verantwortlich. Äußerst schmerzlich war der völlig unerwartete Abstieg der
ersten Mannschaft im Spieljahr 1963/64 aus der A-Klasse, der mit dem Rücktritt
der kompletten Spielleitung im Sommer 1963 und atmosphärischen Störungen
innerhalb der Mannschaft erklärt wurde. Im März 1964 warf dann auch noch
Trainer Gebhard Bläse sen. das Handtuch und Franz Hartmann und Oskar Wanner
sprangen ein. Wesentlich erfolgreicher präsentierte sich die A-Jugend. Sie
errang die Vizemeisterschaft in der Bezirksstaffel und gewann das sehr gut
besetzte Martin-Berth-Pokalturnier in Oberkochen. Ein Jahr nach dem enttäuschenden
Abstieg schaffte die erste Mannschaft 1965 den direkten Wiederaufstieg in die
A-Klasse. Josef Grupp rückte auf der Jahreshauptversammlung 1966 nach mehr als
15-jähriger verdienstvoller Tätigkeit ins zweite Glied zurück und Paul
Waldenmaier übernahm erneut den Posten des 1. Vorsitzenden. Als eine seiner
ersten Aufgaben ging der frischgebackene Vorstand den dringend erforderlichen
Bau einer Flutlichtanlage an. Hintere
Reihe von links: Paul Klotzbücher, Manfred Barth, Gerold Klotzbücher, Gebhard
Bläse, Hermann Nagel, Hans-Dieter Emberger, Rudi Abele, Paul Zeller, Winfried
Abele, Alois Krieg, Jugendleiter Hans Staiber. Vordere von links: Alfred Köhler,
Paul Barth, Peter Krauss Schon seit
1962 konnte dank zweier Lichtmasten zwar auch schon ein Abendtraining durchgeführt
werden, doch erst mit der Errichtung von sechs Lichtmasten im Herbst 1966 war
dann dank der Leitung von Franz Waldenmaier ein optimales Training bei
Dunkelheit möglich. Mit einem Spiel gegen eine Bundeswehrauswahl aus Ellwangen
wurde die Anlage eingeweiht. Im August 1966 wurde auf dem FC-Platz erstmals eine
Dorfmeisterschaft der Leichtathletik mit Teilnehmern sämtlicher Bargauer
Vereine durchgeführt, die sich auch in den Folgejahren großer Beliebtheit
erfreute. Es siegte mit Edelbert Barth (Knaupp) kurioserweise der Namensvetter
des Preisstifters Edelbert Barth (Bommes). Großen
Katzenjammer bereitete ein erneuter Abstieg in die B-Klasse. Für das Spieljahr
1967/68 wurde mit Wilfried Götz von der Gmünder Normannia ein Spielertrainer für
die erste Mannschaft eingestellt. Er erhielt ein monatliches Gehalt von 170 DM
und ließ sich vom Ausschuss ein Mitspracherecht bei der Mannschaftsaufstellung
zusichern. Bevor es an die Aufgaben der neue Saison ging, galt es Ende Juli erst
noch das 40-jährige Vereinsjubiläum zu begehen. Die Sportwoche mit einem
kleinen Festzelt und 35 Fußballspielen (von der C-Jugend bis zur AH) wurde
wieder ein großer Erfolg. Einziger Wermutstropfen war die Tatsache, dass ein
Unwetter am Abend des 22. Juli das aufgebaute Zelt zerstörte und es am frühen
Sonntagmorgen wieder aufgebaut werden musste. Welche Gründe dazu führten, dass Spielleiter Siegfried Rieg und Spielertrainer Wilfried Götz im November des Jahres 1969 plötzlich und zum großen Unmut der Vorstandschaft und des Ausschusses ihre Ämter niederlegten, war nicht genau zu sagen. Es wurde lediglich über Meinungsverschiedenheiten mit den Spielern berichtet. Georg Rieg und Franz Hartmann sprangen wieder einmal in die Bresche und betreuten die Aktiven. Der Abstieg in die B-Klasse war jedoch nicht mehr zu verhindern, zumal einige Stammspieler bewusst die letzten Spiele boykottierten. Lediglich ein Punkt fehlte dem FCB am Ende zum Verbleib in der A-Klasse. Schriftführer Braitmaier brachte seinen Unmut über die Aktiven und deren Einstellung im Protokollbuch zum Ausdruck: „250 zahlende Zuschauer und unsere Vereinsmitglieder haben durchaus ein Recht darauf, dass man ihnen etwas bietet und wenn es schon keine Punkte sind, dann wenigstens die nötige Moral und Einsatzbereitschaft.“ Die
siebziger Jahre Das
neue Jahrzehnt begann für den Verein mit einem weitreichenden Entschluss, denn
im November 1970 entschied man sich für den Betritt zum ‚Internationalen
Volksmarschverband‘. Über Jahre hinweg sollte diese, von Franz Hartmann
angeregte Entscheidung und die daraus resultierenden, jährlichen
Veranstaltungen dem FC Bargau ein solides finanzielles Fundament und einen überregionalen
Bekanntheitsgrad bescheren. Allerdings war der Aufwand zur Durchführung der
Volkswandertage enorm, denn neben der eigentlichen Abwicklung musste im Vorfeld
auf ähnlichen Veranstaltungen geworben werden. Angesichts der tollen Landschaft
rund um Bargau und des jahreszeitlich reizvollen aber riskanten Termins wurde
Bargau in den Jahren zwischen 1971 und 1987 jeweils am ersten Oktoberwochenende
zum Mekka der Wanderer aus nah und fern. Tausende gesundheitsbewusste
Naturfreunde und auch zahlreiche Bargauer Vereine machten sich alljährlich auf
die Strecken rund um den Scheuelberg. Als Schirmherr dieser Veranstaltung konnte
man den Gmünder Oberbürgermeister Norbert Schoch gewinnen, denn er war seit
der Eingemeindung am 1. Januar 1971 auch Oberhaupt des Ortsteils Bargau. Mit der
Einweihung der neu errichteten Scheuelberghalle im Juni 1974 erschlossen sich
auch bei der Durchführung der Volkswandertage neue Dimensionen. So strömten im
März 1976 mehr als 11000 Wanderfreunde nach Bargau und genossen die großartige
Landschaft und das Rahmenprogramm in der Halle, das von Franz Hartmann, Egon
Holzinger, Eugen Wanner und einer großen Anzahl freiwilliger Helfer auf die
Beine gestellt worden war. Großen
Einfluss hatte die Fertigstellung der Halle und die Eingemeindung nach Gmünd
auch auf das weitere sportliche Angebot des Vereins. Zunächst war 1972 durch
die Zuweisung von Hallenkapazitäten im Schulzentrum in Unterbettringen die
Einrichtung eines Übungsabends für eine Frauen-Gymnastik-Gruppe unter der
Leitung von Gerlinde Bundschu möglich geworden. Immerhin 45 Jahre hatte es also
gedauert bis endlich auch die Frauen der Fußballer als sporttreibendes Element
im FCB in Erscheinung traten. Der große Zulauf in diesem Bereich führte bald
dazu, dass die Gruppe als eigene Abteilung geführt und an den Verband gemeldet
wurde. 1974 waren dann auch zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte weibliche
Mitglieder in einer Jahreshauptversammlung anwesend. Bereits ein Jahr später
wurde mit Elisabeth Schupp die erste Frau für den Hauptausschuss gewählt. Die
Gymnastikgruppe für Frauen bildete die Keimzelle für eine weitere Ausweitung
des sportlichen Profils (Mädchenturnen, Mutter-Kind-Gruppe) und führte 1976
zur offiziellen Gründung der „Freizeit- und Breitensportabteilung“. Als
Vertreterin dieses neuen Zweiges wurde Roswitha Krieg in den Hauptausschuss
aufgenommen und mit Luise Stampfer kam 1977 eine weitere Übungsleiterin hinzu.
Meister der B-Klasse 1973 stehend von links: Spielleiter Ernst Hackl, Kuno Wanner, Hermann Nagel, Hubert Stütz, Günther Schemberg, Alois Krieg, Gisbert Bläse, Manfred Barth, Winfried Abele, Ewald Wanner, Trainer Johannes Lenz. Kniend von links: Kurt Haag, Alfred Wanner, Karl Bonnet, Paul Klotzbücher, Winfried Klotzbücher Das sportliche Herzstück des Vereins, die erste Mannschaft, blieb in der ersten Hälfte der siebziger Jahren ihrem Ruf als „Fahrstuhlmannschaft“ zwischen A- und B-Klasse treu. Meisterschaften (1970/71, 1973/74) und Abstiege (1971/72, 1978/79) wechselten sich ab und auch die Trainer Franz Hartmann (1970-1972), Johannes Lenz (1972-1976), Winfried Klotzbücher (1976/77) und Hans Hegele (1977-1979) konnten daran nichts ändern. Weit schmerzlicher als ein sportlicher Abstieg war am 17. Oktober 1978 der überraschende Tod des langjährigen Spielleiters Ernst Hackl. Die ‚gute Seele‘ des Vereins oder der ‚Dicke‘, wie man ihn liebevoll nannte, hatte sich seit 1965 um die Belange der aktiven Fußballer gekümmert und war wegen seiner sachverständigen Art und seiner unendlichen Hilfsbereitschaft über die Grenzen Bargaus hinaus geschätzt. Der Schock über dessen Tod lähmte damals den ganzen Verein und die Mannschaft und führte am Ende des Spieljahres 1978/79 zum schmerzlichen Abstieg in die neubenannte Kreisliga A. Immensen Einfluss auf das Vereinsleben hatte auch der Umbau des Clubheimes, mit dem im Juli 1974 nach Abschluss eines endlos langem Genehmigungsverfahrens endlich begonnen und das im November 1975 offiziell eingeweiht werden konnte. In Fachwerk-Tafelbauweise wurde in unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden und dank großzügiger Spenden ein Anbau ans alte Umkleidegebäude durchgeführt. Bereits im Oktober 1974 konnte man an die Innenausstattung des stark vergrößerten Wirtschaftstrakts gehen und um die Kosten niedrig zu halten, entschloss man sich zu einem längerfristigen Vertrag mit der Hirschbrauerei in Heubach. Trotz dieser Maßnahme machte die Finanzierung der Baumaßnahme dem Verein mehr zu schaffen als befürchtet. Verteuerungen und ausstehende Zuschüsse sorgten nicht selten für Spannungen und Meinungsverschiedenheiten. Auch die Frage der Bewirtschaftung im neuen Clubheim war zu beantworten. In Person von Vereinskassier Werner Falkenberg wurde hier jedoch ein Verantwortlicher mit kaufmännischer Erfahrung gefunden und Alfred Köhler übernahm dessen seitheriges Amt. Auch an der Spitze des Vereins gab es während der Zeit zwischen 1970 und 1979 Veränderungen. Als Paul Waldenmaier im April 1976 nach zwölfjähriger Amtszeit als 1. Vorsitzender die Verantwortung abgeben wollte und sich kein Nachfolger fand, stellte sich Siegfried Rieg als einjährige ‚Übergangslösung‘ zur Verfügung. An seiner Seite standen mit Georg Rieg , Werner Falkenberg und Hugo Heilig drei Stellvertreter, nachdem man die Vereinsatzung dahingehend geändert hatte. Bereits 1971 hatte Alois Bolsinger die Geschäfte des bisherigen Vereinschronisten Alfred Braitmaier übernommen. Am
16. Juni 1977 wurde, der inzwischen zum Oberbürgermeister von Giengen/Brenz gewählte
Siegfried Rieg, von Edelbert Krieg beerbt. Er war zuvor lange Jahre als
Jugendleiter aktiv und hatte in dieser Funktion bereits 1973 einen ersten
Jugendausflug nach Antibes in Südfrankreich arrangiert. Diese frühen Kontakte
zur Gmünder Partnerstadt an der Cote d’Azur sollten sich in den kommenden
Jahren und Jahrzehnten zu einer intensiven Freundschaft und unzähligen Besuchen
im Nachbarland ausweiten. Sein Verdienst als Jugendleiter war auch die Durchführung
von mehreren WFV-Jugendtagen auf dem FC-Gelände, die sich anfangs der siebziger
Jahre großer Beliebtheit erfreuten und viele junge Fußballsportler aus dem
ganzen Bezirk unter den Scheuelberg lockten.
Der
bereits 1972 ins Visier genommene Bau einer Tennisanlage wurde ab 1975 zusammen
mit dem TV Bargau forciert. Aus diesem Grund war extra ein gemeinsamer
Tennisausschuss ins Leben gerufen worden. Doch die Planungen in Absprache mit
der Stadt zogen sich in die Länge und man konnte zunächst keinen geeigneten
Ort für die Tennisplätze finden. Das vermeintliche Zusammenrücken der beiden
alten Rivalen endete 1977 mit einem Eklat, weil der TV Bargau in der Presse den
Ankauf eines Geländes für den Bau ‚seiner‘ Tennisanlage verkündete. Die
Verantwortlichen des FCB fühlten sich durch diese Verlautbarung übergangen, kündigten
die Zusammenarbeit auf und machten sich eigenständig wieder auf die Suche nach
einem geeigneten Gelände. Dies wurde im August 1977 am nordöstlichen Ende des
Ausweichplatzes gefunden und auf 20 Jahre gepachtet. Nach der Gründung einer
eigenen Tennisabteilung am 6. Oktober 1977 wurde nach den Plänen von Hugo
Heilig und unter der Bauleitung von Ewald Wanner im Frühjahr 1978 mit den
Arbeiten an den zwei Tennisplätzen, der Flutlichtanlage und der zugehörigen
Bewässerungsanlage begonnen. Ein weiteres Jahr später, im Frühjahr 1979
flogen dann bereits die ersten Filzbälle übers Netz und ein weiterer Schritt
vom reinen Fußballverein hin zum Sportverein für die ganze Familie war
gelungen und führte zu einem weiteren Anwachsen auf über 500 Mitglieder.
Mit
großem personellen und finanziellen Aufwand war vom 24. bis zum 29. Mai 1978 in
einem Festzelt bei der Scheuelberghalle die Festwoche zum 50-jährigen
Vereinsjubiläum begangen worden. Der Grund für diese einjährige Verspätung
war die Rücksichtnahme des FCB auf die Feierlichkeiten des TVB, der 1977 sein
75-jähriges Bestehen feierte. Höhepunkte des sechstägigen Mammutprogramms
waren der Auftritt der Stimmungskapelle ‚Slavko Avseniks Original Oberkrainern‘,
der farbenprächtige Festzug durchs Dorf, die Radioübertragung ‚Musikmarkt
3‘ aus dem Festzelt und die Herausgabe einer Festschrift durch Heribert und
Oskar Wanner, die die Geschichte des Vereins seit der Gründung im Jahr 1927
dokumentierte.
Die
achtziger Jahre Der
Tennisboom sorgte in den 80er Jahren für einen raschen Anstieg der
Mitgliederzahlen, so dass man bereits 1981 mit der Errichtung eines dritten
Platzes weiter expandierte. Zu diesem Zweck wurde in der Tennisabteilung ein
Pflichtarbeitsdienst eingeführt. 1982 konnte der neue Platz und die zugehörige
Gerätehütte eingeweiht werden. Die Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten im
Tennisbereich sorgte in der Folgezeit für eine wahre Flut an Titeln und
Meisterschaften sowohl bei den Jugendlichen, als auch bei den Damen und Herren.
Doch im Zusammenhang mit der Tennisanlage tauchte im Verlauf der achtziger Jahre
eine Bedrohung am Vereinshorizont auf, die die Mitglieder und die
Verantwortlichen eine lange Zeit beschäftigen sollte. Im Zuge der Ausweisung
des Baugebiets ‚Breites Feld‘ wurde von Seiten der Stadt 1982 über die
Errichtung einer drei Meter hohen und siebzig Meter langen Lärmschutzwand
zwischen dem Tennisgelände und dem Bach nachgedacht. Zu
einer erneuten Auseinandersetzung mit der Stadt Schwäbisch Gmünd und ihren Behörden
kam es anlässlich des Gemeindefestes 1986, als der Vereinsvorsitzende Edelbert
Krieg und einige im Festzelt diensthabende Mitglieder wegen Überschreitens der
offiziellen Sperrstunde mit einem unangemessen hohen Bußgeld belegt wurden. In
einem vom Verein eingeleiteten Gerichtsverfahren kam es dann zu einem Aufsehen
erregenden Freispruch für die ehrenamtlichen Helfer. Ebenfalls
neu war das ausgedehnte Programm der im Verein organisierten Skifahrer. Neben
den bislang organisierten Ausfahrten in die Alpen, wurde in den achtziger Jahren
von Josef Mangold systematisch mit der Durchführung von Skikursen und einer
regelmäßigen Vorbereitung auf die Wintersaison im Rahmen einer
‚Skigymnastik‘ begonnen. Alle Aktivitäten fanden bereits zu dieser Zeit
unter der Regie hochqualifizierter Übungsleiter und Skilehrer statt. Das
sportliche Aushängeschild dieser Jahre war trotz der ansehnlichen Erfolge der
Aktiven die AH-Mannschaft. Unter der Leitung von Walter Schlund hatte sich eine
schlagkräftige Truppe gefunden, die den Verein auch über die Grenzen des
Bezirks hinaus bekannt machte. Das lag nicht nur an der eingeschlagenen
Personalpolitik und der Integration einstiger Größen des Gmünder Fußballs,
wie von Neidern bemängelt wurde, sondern an der ausgezeichneten Kameradschaft
und einem sensationellen Teamgeist. Während man zunächst auf Bezirksebene
alles gewann was es zu gewinnen gab, setzte man seine Siegesserie auch auf
Verbandsebene fort. Dreimal zwischen 1988 und 1990 stieß man dabei ins Finale
der Württembergischen Seniorenmeisterschaft vor und im November 1989 schaffte
man im Scheuelbergstadion sogar den Titelgewinn. Wie
schwer und anstrengend die ehrenamtliche Arbeit der Funktionsträger eines
Vereines inzwischen geworden war, zeigte sich in den achtziger Jahren allein
schon daran, dass in den verantwortlichen Positionen der Vereinsspitze und der
Abteilungen ein fast unüberschaubares Kommen und Gehen herrschte. Davon unberührt
stand Edelbert Krieg bis Mai 1989 als Steuermann am Ruder des Vereinsschiffs.
Winfried Klotzbücher folgte dem 1980 ausgeschiedenen Stellvertretenden
Vorsitzenden Georg Rieg und hatte im Verlauf der
Jahre mit Hugo Heilig, Eugen Wanner, Hubert Barth, Herbert Schupp und
Josef Stampfer mehrere Vorstandskollegen an seiner Seite. Auch der Posten des
Schriftführers wechselte des öfteren: Alois Bolsinger übergab seine Bücher
1982 an Gebhard Bläse, der wiederum reichte sie 1984 bereits wieder an Christel
Haag weiter und die musste sie ihrerseits 1987 an Siegfried Betz abgeben. Auch
Kassier Alfred Köhler und Jugendleiter Hellmuth Auer schieden im Verlauf des
Jahres 1986/87 aus und wurden von Karlheinz Dollinger bzw. Wolfgang Diem abgelöst. Am
12. Mai 1989 eröffnete Edelbert Krieg nach zwölf Amtsjahren als 1.
Vorsitzender des FC Germania Bargau zum (vorerst) letzten Mal eine
Mitgliederversammlung. In anrührenden Worten ließ er seine Zeit als Vorstand
Revue passieren und sprach die Hoffnung aus, dass man mit ihm zufrieden war. Er
entschuldigte sich für seine charakterlichen Eigenheiten („I
ben halt a Klosele!“) und Fehler, die in einer solch langen Zeit nicht hätten
ausbleiben können und erinnerte sich an die Worte von Gründungsmitglied
Fridolin Wanner anlässlich seiner Wahl im Jahr 1977: „Wer ebbes schafft, macht au Fehler, aber wer nex schafft, ko au nex
verbessera!“ In seiner Abschiedsrede versprach der leidenschaftliche
Funktionär auch weiterhin seine tatkräftige Mithilfe im Verein, was ihn dann
einige Jahre später wieder einholen sollte. Mit Elisabeth Schupp verließ 1989
auch ein anderes ‚Urgestein‘ die Brücke des Vereinsschiffs. Sie trat als
Leiterin der Freizeit- und Breitensportabteilung zurück, die sie 1971 in Form
einer Gymnastikgruppe für Frauen mit ins Leben gerufen und der sie seit 1976
als Abteilungsleiterin vorgestanden hatte.
Die
Ära ‚Klotzbücher‘ begann mit einigen Hiobsbotschaften aus dem Lager der
Aktiven. Einige Leistungsträger verließen nach Beendigung der Saison 1988/89
den Verein und auch Trainer Schöll musste während der Runde berufsbedingt sein
Amt zur Verfügung stellen, so dass Paul Klotzbücher als Interimslösung die
sportliche Leitung der aktiven Mannschaften bis zum Saisonende übernehmen
musste. Eine Gruppe um Hellmuth Auer, Egon Holzinger und Hermann Nagel war im
Herbst 1988 vom fast schon sprichwörtlich gewordenen ‚FC-Bau-Virus‘
befallen worden. Sie hatten begonnen neben dem Clubheim eine Gartenlaube
anzulegen. Im Frühjahr und Sommer 1989 kamen diese Arbeiten schnell voran und
es entstand ein wahres Schmuckstück, das im September eingeweiht werden konnte.
Im Verlauf des Jahres wurde außerdem mit dem Bau der Geschäftsstelle auf dem
Gelände des alten Geräteschuppens begonnen. Josef Stampfer hatte einen Plan
ausgearbeitet, der ein Geschäftszimmer, zwei Räume und einen begehbaren
Dachstock zur Aufbewahrung von Gerätschaften vorsah. Im Rahmen dieser
neuerlichen Baumaßnahme mussten in einer spektakulären Aktion auch einige der
mächtigen Pappeln am Bachufer entfernt werden.
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