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VEREINSCHRONIK 1990 - 2000 Die
neunziger Jahre
1990/91 - Bau einer Geschäftsstelle Personelle
Veränderungen gab es bei der sportlichen Leitung der aktiven Fußballer. Als
neuer Trainer wurde der Bettringer Wolfgang Wiedmann eingestellt. Leider schlug
sich dessen ausgezeichnete Arbeit nicht gleich im ersten Jahr in guten
Ergebnissen nieder. Der große Aderlass in den vergangenen Jahren und eine
Vielzahl von langwierigen Verletzungen hatte das fußballerische Potential der
Mannschaft ein wenig absinken lassen und so kämpfte man von Beginn der Saison
gegen den Abstieg. Trotz aller Schwächen zeichnete sich die damalige Truppe
durch einen unbändigen Willen und eine tolle Kameradschaft aus und dank dieser
Tugenden wendete sie den drohenden Abstieg mit einem bravourösen Endspurt doch
noch ab. Das zweitägige Gemeindefest 1990 wurde vom FCB erstmals ohne Festzelt
als Straßenfest rund um die Scheuelberghalle abgehalten. Ausfallen mussten die
geplanten Faschingsaktivitäten im Februar 1991. Der Krieg am Persischen Golf
hielt die Welt in Atem und ließ keine unbeschwerte Faschingslaune zu. Kein Glück
mit der Titelverteidigung des Württembergischen Meistertitels hatte die
Senioren. Zwar war man nach dem sechsten Titelgewinn auf Bezirksebene auch
siegreich durch die Runden auf Landesebene marschiert, doch im dritten Endspiel
hintereinander blieb dem FCB gegen den TSV Nusplingen nur der Vizemeistertitel.
Auch die Einrichtung des Geschäftszimmers im ehemaligen Geräteschuppen war im
Laufe des Jahres 1990/91 erfolgt. Dazu gehörte einen moderne Büroausstattung
mit Computer, Telefon und Kopiergerät. 1991/92 - Wintersport im SZ Hau Heggle Beinahe
sensationell waren die Leistungen der aktiven Fußballer, die sich in der
Spitzengruppe der Bezirksliga etablieren konnten und schließlich als
Tabellenvierter durchs Ziel gingen. Außerdem sicherten sie sich zum zweiten Mal
nach 1987 den Titel des Stadtmeisters im Hallenfußball. Seit dieser Saison
sorgten zwei großzügige Sponsoren für eine einheitliche Ausstattung: Als
Brustsponsor prangte „Schmetterling Reisen“ vom Waldstetter Reisebüro auf
den Trikots und auf den Trainingsanzügen warb man für das Mazda-Autohaus Eugen
Bläse. Wegen der nachlassenden Resonanz wurde der Bargauer Volkslauf im Oktober
zum letzten Mal ausgerichtet. Im Winter 1991/92 konnte die Skiabteilung „SZ
Hau Heggle“ ihr Angebot, wegen neu hinzu gekommener Übungsleiter weiter
ausdehnen. Mehr als elf lizenzierte Kräfte, darunter auch DSV-Landesausbilder
und DSV-Skilehrer sorgten für eine hervorragende Ergänzung des sportlichen
Angebots des Vereins und wurde von den Mitgliedern sehr gut angenommen. Außerdem
stellten die Mitglieder der Abteilung eine verlässliche Größe bei der
Bewirtschaftung des Clubheims und zahlreicher Außenveranstaltungen dar. Mit
Ablauf des Vereinsjahres schied Karlheinz Dollinger als Kassier aus und wurde
durch Klaus März ersetzt. 1992/93 - Das Tennismotto „Jugendliche
trainieren Kinder“ Der
Terminkalender des Jahres 1992/93 zeigte sich nach dem Verzicht auf einige
unrentable Veranstaltungen wesentlich schlanker. Auch die Tatsache, dass es für
die Verantwortlichen immer schwieriger wurde freiwillige Helfer zu finden, führte
unabdingbar zu solchen Streichungen. Nicht davon betroffen war ein erneuter
zweiwöchige Antibes-Aufenthalt von 80 Jugendlichen. Als besonderes Ergebnis
dieser mehr als zwanzig Jahre andauernden Freundschaft mit den Sportlern von
ASOA Antibes wurde im September die Hochzeit von Herbert Nagel und seiner französischen
Frau Brigitte gefeiert. Für großes Aufsehen und gute Resonanz sorgten auch das
Tenniscamp von Rainer Nagel und Gerold Bläse und das Prinzip ‚Jugendliche
trainieren Kinder‘ der Tennisabteilung. Die Erfolge dieser modernen Jugendförderung
zeigten sich auch im Rundenspielbetrieb. Von sieben angetretenen Mannschaften
stiegen vier in die jeweils nächst höhere Klasse auf. Modernisierungen waren
auch im Clubheim festzustellen. Mit Hilfe einer Finanzierung durch die
Hirschbrauerei Heubach konnte eine neue Thekenanlage eingebaut werden. Während
die erste Mannschaft das hohe Niveau des Vorjahres nicht ganz halten konnte und
am Ende des Spieljahres 92/93 nur einen Rang in der mittleren Tabellenregion
belegte, beteiligten sich die Senioren nicht mehr am offiziellen
Rundenspielbetrieb. In der Freizeit- und Breitensportabteilung blieb das
sportliche Angebot und der Zuspruch aus Mangel an Hallenkapazitäten unverändert.
An der Spitze der Abteilung kündigte sich für die Hauptversammlung 1993 ein
Wechsel an, weil Gerda Wanner sich zurückziehen wollte. Ihre Aufgabe übernahm
am 14. Mai Luise Stampfer. Der Name Stampfer war dann auch noch einmal weiter
oben in der Funktionärshierachie zu finden, denn auch Winfried Klotzbücher
stellte sein Amt als 1. Vorsitzender berufsbedingt zur Verfügung und Josef
Stampfer trat in seine Fußstapfen. Zwölf Jahre lang hatte Winfried Klotzbücher
in verschiedenen Vorstandsfunktionen für den FCB gewirkt, seit 1989 als 1.
Vorstand.
1993/94 - Grund zum Feiern! Um
den neuen Vorstand Josef Stampfer sollte ein neues und stark verjüngtes Team
wirken. Als 2. Vorsitzender wurde Albert Barth gewählt und zu dessen
Stellvertretern Robert Rieg und Hubert Barth. Vervollständigt wurde diese Führungscrew
von Geschäftsführer Jochen A: Haag. Ein sensationelles Jahr lag vor dieser
neuen Mannschaft und dem ganzen Verein. Überstrahlt wurde das ganze
Vereinsleben von dem ungeahnten Höhenflug der aktiven Fußballer unter
Abteilungsleiter Albert Haag, Cheftrainer Wolfgang Wiedmann und dem
Co-Trainer-Gespann Hubert Barth und Paul Klotzbücher. Aufgrund des nur in Maßen
nachrückenden Nachwuchses hatte man bereits in den beiden Jahren zuvor auch
junge und talentierte auswärtige Spieler nach Bargau gelockt. Entgegen der
Praxis in anderen Vereinen geschah dies aber weiterhin ausschließlich unter der
Maßgabe, dass von diesen Spielern keine finanziellen Forderungen gestellt
werden. Im Gleichschritt eilten die erste und die zweite Mannschaft von Sieg zu
Sieg und am Ende durfte man in einer denkwürdigen und unvergesslichen
Meisterschaftsfeier auf dem FC-Gelände den größten sportlichen Erfolg der
Vereinsgeschichte verbuchen - den Aufstieg der ersten Mannschaft in die
Landesliga! Aber auch von den anderen Abteilungen gab es Berichtenswertes. So
wurde in der Jugendabteilung die Personalnot immer größer und während man im
A- und B-Jugendbereich rechtzeitig mit Spielgemeinschaften mit dem SV
Hussenhofen reagiert hatte, mussten die Jugendleiter Wolfgang Diem und Sven
Munser aus Mangel an Spielern die C-Jugend schweren Herzens aus dem laufenden
Wettbewerb nehmen. Was in den späten 70er Jahren in Sachen Tennis nicht
gelungen war, nämlich die Zusammenarbeit mit dem TV Bargau, praktizierte man
nun seit einigen Jahren im Bereich der Jungsenioren. Mit einer kombinierten
Mannschaft nahm man am Rundenbetrieb teil und das mit wiederholt großem Erfolg.
In der Freizeit- und Breitensportabteilung wurde von Ute Hausch und Günter
Mayer mit dem Aufbau einer Volleyballgruppe begonnen. 1994/95 - Das Abenteuer Landesliga Größere
Veränderungen gab es bei der Hauptversammlung 1994 in der Zusammensetzung des
Hauptausschusses. Zunächst übernahmen Stefan Haag und Mario Matuschek die
Verantwortung der Vereinskasse von Klaus März. Darüber hinaus ersetzte
Hellmuth Auer den ausscheidenden Horst Munser an der Spitze des
Wirtschaftsbetriebes. Der Stellvertretende Vorsitzende Hubert Barth kümmerte
sich fortan um die Leitung der AH. Bereits kurz nach den
Aufstiegsfeierlichkeiten sollte das Gemeindefest durchgeführt werden. Die
Planungen sahen eine Durchführung auf dem Schulhof der Scheuelbergschule vor
und alles war wunderbar vorbereitet, doch wieder einmal meinte es der Wettergott
nicht gut mit dem FCB und die Veranstaltung musste in die Halle verlegt werden.
Kultureller Höhepunkt des Vereinsjahres war, die von Albert Barth zur
Faschingsveranstaltung umfunktionierte Rockoper ‚Der Watzmann ruft‘. Die
Halle platzte fast aus allen Nähten und die Stimmung war dank der tollen
Leistung der Akteure auf der Bühne und der wunderschön dekorierten
Scheuelberghalle kurz vor dem Überkochen. In sportlicher Hinsicht war man ohne
große Illusionen in die Landesligasaison gegangen. Es war klar, dass der
Klassenerhalt nur unter den günstigsten Umständen zu schaffen sein würde.
Unter Berücksichtigung des Vereinsgrundsatzes, dass Spieler nicht bezahlt
werden, wurden einige weitere Spieler von unterklassigen Vereinen verpflichtet.
Es zeigte sich bald, dass die Anforderungen der Liga in spielerischer Hinsicht
durchaus erreicht werden konnten, doch ein ums andere Mal fehlte der Truppe die
nötige Cleverness. Trotzdem durfte man stolz sein, dass man die Ehre hatte den
SSV Ulm 1846, die Stuttgarter Kickers oder die Spvgg Au auf seinem Sportgelände
zum Punktspielbetrieb begrüßen zu dürfen, auch wenn es mit dem denkwürdigen
0:13 am 10. September 1994 die höchste Pflichtspielniederlage aller Zeiten
setzte. Sie wird den FC‘lern ewig in Erinnerung bleiben und nicht selten spürt
man - so paradox es sich anhört - heute noch einen gewissen Stolz, wenn die
Beteiligten auf dieses Spiel zu sprechen kommen. Und so verhielt es sich dann
auch mit dem weiteren Saisonverlauf. Nach dem Motto ‚Dabeisein ist alles‘
nahm man nach einem Jahr Landesligazugehörigkeit wieder Abschied. Ein kleiner
Trost war die Tatsache, dass man in diesem Jahr die bestplatzierte Gmünder
Mannschaft war und in beiden Punktspielduellen (2:1 und 3:0) den FC Normannia
eindeutig beherrschte. Auch die erneute Erringung der Stadtmeisterschaft im
Hallenfußball durfte als großer Erfolg verbucht werden. In Folge des
Aufstieges durfte die zweite Mannschaft in der Kreisliga B um Punkte spielen.
Diese Trennung machte einen weiteren Trainer- und Spielleiterposten nötig, die
Eberhard Deininger und Alois Haag ausgezeichnet ausfüllten und mit der dritten
Mannschaft gar den Titel des Reservenmeisters in der Kreisliga B feiern durften.
Mit dem Ende der Saison beendete Wolfgang Wiedmann sein erfolgreiches Wirken
unterm Scheuelberg, sein Nachfolger wurde Thomas Traub aus Aalen. Von
vielversprechenden, individuellen Erfolgen durfte die Tennisabteilung berichten.
Mit Stefan Klotzbücher gewann ein Jugendlicher des FCB den Gmünder
Stadtmeistertitel bei den Knaben. 1995/96 - Notstand im Jugendbereich und
trotzdem jede Menge ‚Fun‘ Einige
Wechsel gab es bei der Mitgliederversammlung am 5. Mai 1995. So besetzte für
Albert Barth erstmals in der Vereinsgeschichte eine Frau ein Amt in der
vordersten Reihe. Heidi Nagel wurde als 2. Vorsitzende für den Geschäftsbereich
‚Veranstaltungen/Clubheim‘ gewählt und Uwe Müller füllte die entstandene
Lücke als Stellvertretender Vorsitzender mit Kompetenzen im sportlichen Sektor
als Nachfolger von Robert Rieg. In der Jugendleitung rückte der bisherige
Stellvertreter Wolfgang Diems, Ralf Wamsler in die erste Reihe. Auch Hellmuth
Auer musste aufhören und Sven Munser übernahm die Leitung des
Wirtschaftsbetriebes. Stühlerücken auch im Tennis. Nach mehr als elfjähriger
Tätigkeit konnte Hugo Heilig seine Amtsgeschäfte an Berthold Waldenmaier übergeben.
Von „quantitativen und qualitativen
Notstand“ sprachen die beiden Jugendleiter Ralf Wamsler und Thomas Kropp
in Bezug auf den Jugendspielbetrieb im Jahr 1995/96. Weil sich personellen
Probleme inzwischen auf das Können der jungen Spieler auswirkten und sich die
Talente nicht mehr in erforderlichen Maß weiterentwickeln konnten, wurde die
Zusammenarbeit mit der mit Nachbarvereinen gesucht. Geplant war eine Abgabe
talentierter Jugendspieler an die SG Bettringen, wo sie ab dem Spieljahre
1996/97 als Gastspieler höherklassig Erfahrungen sammeln sollten. Im Gegenzug
sollten Bettringer Spieler, die den Sprung nicht in die erste Mannschaft
schaffen für den FCB antreten und dafür sorgen, dass man in Bargau wieder
Mannschaften in alle Altersstufen stellen kann. Weil die Chancen für den FCB
die Risiken aufzuwiegen schienen, stimmte man dieser Kooperation mit der SG
Bettringen und dem TV Weiler zu. Nachwuchssorgen kannte man bei der Freizeit-
und Breitensportabteilung nicht, vielmehr erhielt man im Jahr 1995 dank des
guten und durchdachten Angebots und der fortbildungsfreudigen und innovativen Übungsleiter
vom DTB erstmals das Gütesiegel ‚Pluspunkt Gesundheit‘ verliehen. Die
Volleyballgruppe war inzwischen mächtig angewachsen und es hatte sich sogar
eine Gruppe von Jugendlichen gebildet. Im August gipfelte der
„Volleyball-Boom“ dann in einer Errichtung eines Beachvolleyballfeldes. Dank
Edelbert Kriegs ausgezeichneten Verbindungen hatte man innerhalb kürzester Zeit
in der Gmünder Ersatzkasse einen großzügigen Geldgeber von dem Projekt überzeugt.
Das kleinste Problem war dann die Durchführung der notwendigen Bauarbeiten,
denn in weniger als zwei Wochen hatte der Vorsitzende Josef Stampfer und sein
Bauausschuss Pläne erstellt und die Arbeiten durchgeführt. In
einer weiteren „Nacht-und-Nebel-Aktion“ stieg man zusammen mit der Gmünder
Ersatzkasse und der Rems-Zeitung Schwäbisch Gmünd in die Organisation eines
Freizeitturniers ein, das am 27. August 1995 erstmals mit 24 Freizeitteams
stattfinden sollte. Trotz schlechter Witterung wurde die Veranstaltung ein
Riesenerfolg und es strömten viele neugierige Zuschauer auf den Sportplatz.
Erfolgreich verlief das Vereinsjahr 1995/96 auch für die aktiven Fußballer.
Die erste Mannschaft unter dem neuen Trainer Thomas Traub spielte im ersten
Drittel der Tabelle mit, die von Uwe Huttenlauch trainierte zweite Mannschaft
schlug sich achtbar in der Kreisliga B. Um den Leistungssport im Verein
finanziell noch besser unterstützen zu können, wurde am 26. Oktober 1995 von
einigen Gönnern die ‚Bargauer Sportfördergemeinschaft‘ gegründet. Der
neue Verein übernahm die Werbe- und Sponsorenarbeit (Stadionheft,
Bandenwerbung) des FC Bargau und wurde von den beiden Vorständen Eugen Bläse
und Robert Rieg geleitet. 1996/97 - Edelbert Krieg als Übergangslösung Nach
acht Jahren Vorstandstätigkeit, drei davon als 1. Vorsitzender, musste auf der
Mitgliederversammlung am 3. Mai 1996 ein Ersatz für Josef Stampfer gefunden
werden. Weil die Suche nach einem jungen Nachfolger sich schon im Vorfeld als
erfolglos herausstellte, entschloss man sich für eine einjährige Zwischenlösung
und so kam Edelbert Krieg erneut zu Vorstandsehren. Er brachte als Ergänzung
zur bisherigen Vorstandsriege auch wieder Winfried Klotzbücher mit ins Boot,
weil Jochen A. Haag als Geschäftsführer zwar im Amt blieb, aber aus
beruflichen Gründen weggezogen war. Einen Wechsel gab es auch an der Spitze der
Freizeit- und Breitensportabteilung. Luise Stampfer wurde von Roswitha Krieg
abgelöst. Der Posten des Wirtschaftsleiters blieb nach dem Ausscheiden von Sven
Munser verwaist. Hierin lag deshalb auch die erste Aufgabe für die neue
Vorstandschaft und in Wolfgang Diem wurde ein erfahrener Mann für dieses
umfangreiche Aufgabengebiet gefunden. Zur endgültigen Absicherung des Sportgeländes
wurden endgültig die letzten gepachteten Grundstücksflächen gekauft, so dass
man in dieser Hinsicht endlich beruhigt in die Zukunft sehen konnte. Aufgrund
dieser Investitionen und einer im Herbst 1996 durchgeführten Steuerprüfung,
die eine ordentliche Nachzahlungsforderung zur Folge hatte, geriet man in
finanzieller Hinsicht außerordentlich unter Druck. Von den zuständigen
Finanzbehörden wurde vor allem die bisherige Praxis in der Führung des
Wirtschaftsbetriebes scharf kritisiert. Veränderungen in diesem sensiblen
Bereich mussten also schnellstens durchgeführt werden, was bei nicht wenigen
Mitgliedern im Verein große Empörung hervorrief und lange Zeit für heftige
Diskussionen und Auseinandersetzungen sorgte. Sorgen bereitete auch weiterhin
die Situation im Jugendbereich. Die große Hoffnung auf das Kooperationsmodell
mit Bettringen und Weiler wurden von der Realität nicht erfüllt. Zwar konnten
sich die talentierten Jugendlichen in Bettringen gut weiterentwickeln und auf
hohem Niveau spielen, doch die erhoffte Gegenleistung blieb weitestgehend aus.
Die Volleyballgruppe blühte, wuchs weiter und hatte mit der Ausrichtung des ‚FUN-CUP‘
ihren sportlichen Höhepunkt. Zufriedenheit herrschte auch bei den Fußballern,
denen zwar wieder nicht der ganz große Wurf gelang, doch mit dem erreichten 3.
Rang in der Bezirksliga und dem Sieg bei der Gmünder Stadtmeisterschaft im
Hallenfußball ausgezeichnete Ergebnisse verbuchen konnte. Die zweite Mannschaft
machte in der Kreisliga B vor allem im Fairplay-Wettbewerb von sich reden. Als
fairstes Team im Altkreis Gmünd gab es viele positive Schlagzeilen und einen
nicht unerheblichen Geldpreis. 1997/98 - Alfred Baumhauer und die
galoppierende Seuche des Egoismus Mit
der Wahl des 29-jährigen Alfred Baumhauer durfte sich Edelbert Krieg 1997
wieder aus der ersten Reihe des Vereins verabschieden. Mit Josef Stampfer stieß,
ein Jahr nach seinem Ausstieg, ein altbewährtes Vorstandsmitglied wieder zur
Vereinsspitze und als Unterstützung der Kassenwarte wurde auch Georg Rieg
wieder aktiv. Schmerzlich war im Sommer 1997 der Abgang von Torjäger und
Eigengewächs Michael Staiber. Er wollte nach mehreren Jahren Bezirks- und
Landesliga auch auf höherem Niveau sein Talent unter Beweis stellen und
wechselte zum Oberligisten VfR Aalen. Im Gegenzug konnte ein verdienter
ehemaliger Goalgetter wieder unter den Scheuelberg zurückgeholt werden. Michael
Feldnick sollte als Spielertrainer die Nachfolge von Thomas Traub antreten,
nachdem er sich mehrere Jahre als Trainer in Hussenhofen einen guten Namen
gemacht hatte. Die Suche nach Lösungsvorschlägen und Schuldzuweisungen über
die andauernde Finanzkrise bestimmten auch weiterhin das Vereinsgeschehen und
man musste sich ernsthafte Sorgen über das zwischenmenschliche Klima im Verein
machen. Die einen forderten mehr Selbstdisziplin und strenges Sparen und dann
gab es auf der anderen Seite die, die sich unschuldig angegriffen fühlten.
Trotzdem wurden die neuen Tugenden durchgesetzt und sorgten wieder für eine
stabile finanzielle Lage des Vereins, der dann bereits wieder ans Bauen dachten.
So wurde mit der Planung und Durchführung des Baus einer Toilettenanlage für
das Tennisgelände begonnen. Resignation machte sich inzwischen in der
Jugendabteilung breit, weil neben den fehlenden Jugendspielern auch die
verbliebenen Mannschaften nicht mehr ausreichend mit Trainern und Betreuern bestückt
werden konnte, so dass Jugendleiter
Ralf Wamsler von „der galoppierenden
Seuche des Egoismus“. sprach. Ihr zwanzigjähriges Bestehen beging die
Tennisabteilung im Vereinsjahr 1997/98 mit einer kleinen, aber stimmungsvollen
Feier im Clubheim, die an die traditionellen Tennisbälle in den achtziger
Jahren erinnerte. Aus akutem Nachwuchsmangel beschloss man für den
Rundenbetrieb die Bildung von Spielgemeinschaften mit dem TV Bargau. Auf der,
das Jahr beendenden Jahreshauptversammlung durfte man dann zum wiederholten Mal
den ‚Pluspunkt Gesundheit‘ in Empfang nehmen, den man vom Deutschen
Turnerbund für das konstant hohe Niveau im freizeit- und breitensportlichen
Angebot verliehen bekam. Endlich war es auch zur Erneuerung des ‚Jedermann-Turnens‘
gekommen. Einem Angebot für die männlichen Senioren, das von Ex-Vorstand Paul
Waldenmaier betreut wurde.
1998/99 - Body-Fitness, Rope-Skipping und
Step-Aerobic Während
die Vorstandschaft fast unverändert ins neue Jahr ging, lediglich die beiden
Kassier Stefan Haag und Mario Matuschek waren aus beruflichen Gründen
ausgeschieden und durch Georg Rieg ersetzt worden, gab es in den Abteilungen
einige Umbesetzungen. Ein vierköpfiges Gremium um Armin Rieg sollte den
Jugendbereich wieder auf Vordermann bringen, Rudi Abele löste Berthold
Waldenmaier als Tennischef ab und Luise Stampfer folgte Roswitha Krieg als
Abteilungsleiterin der Freizeitsportabteilung. Mit der Durchführung des
Gemeindefestes 1998 auf dem eigenen Gelände und mit einem durchweg sportlichen
Programm erinnerte man sich an eine bewährte Tradition. Auf dem dreitägigen
Programm standen neben einem großen Jugendturnier, dem ‚FUN CUP‘ im
Beachvolleyball und einem Einlagespiel der ersten Mannschaft gegen den VfR
Aalen, ein Kleinfeldturnier der AH und ein Aktiventurnier um den Mazda-Cup.
Nebenbei war im kleinen Festzelt zwischen Clubheim und Geschäftsstelle auch für
reichlich musikalische Unterhaltung gesorgt. Der Verlauf der Bezirksligasaison
war ordentlich, obwohl sich auf dem Trainermarkt nach dem Ausscheiden von
Michael Feldnick kein adäquater Ersatz finden ließ. Auf Vorschlag der
Mannschaft übernahm Paul Klotzbücher dann die sportliche Leitung zusammen mit
Uwe Dangelmaier, der die zweite und dritte Mannschaft trainierte. Im
Jugendbereich verspürte man ebenfalls eine Erleichterung obwohl sich jetzt
deutlich die Nachwehen der Kooperation mit der SG Bettringen zeigten. So war es
trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen die Gastspieler für den Aufbau
einer eigenen B-Jugend unter den Scheuelberg zurückzuholen. ‚Step-Aerobic‘,
‚Rope Skipping‘ und ‚Body-Fitness‘ waren die innovativen Neuerungen der
Freizeit- und Breitensportabteilung, die sich nicht erst im Jahr 1998/99 zu
einem Aushängeschild des Vereins gemausert hatte. 1999/2000 - Eine Nationalmannschaft unterm
Scheuelberg Ohne Kandidaten für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Winfried Klotzbücher und Josef Stampfer ging man in die Mitgliederversammlung am 23. April 1999. Zwar konnte mit der Zusammenlegung der Posten des Stellvertretenden Vorsitzenden und des Geschäftsführers nach außen der Schein gewahrt werden. Doch angesichts der Tatsache, dass die, den beiden Vorständen zur Verfügung stehende Zeit für den Verein nur knapp bemessen war, ergaben sich zwangsläufig Probleme und Schwierigkeiten. Kassenwart Georg Rieg versuchte das entstandene Vakuum zu füllen und stellte wieder einmal seine ganze Kraft in den Dienst des Vereins. Um das Clubhaus wieder attraktiver zu machen, war es dringend notwendig geworden den kompletten Toilettentrakt neu zu gestalten. Auch das schon seit Jahren vom Wirtschaftskontrolldienst geforderte Mitarbeiter-WC musste unbedingt in Angriff genommen werden. Die Pläne von Josef Stampfer und seinem Bauausschuss sahen vor, dass in zwei Stufen eine gründliche Modernisierung des gesamten Clubheimes durchgeführt werden sollte. Als ersten Schritt plante man die Errichtung der Toiletten und in einem zweiten Schritt sollte über dem Flachdach ein Walmdach errichtet werden. Der erste Teil dieser Planungen wurde auch umgehend in Angriff genommen. Hunderte Stunden an Eigenleistungen, großzügige Handwerker und einige stattliche Zuschüsse sorgten dafür, dass das Projekt kostengünstig realisiert werden konnte. Wieder einmal stellte der Bauauschuss um Ewald Wanner und Georg Rieg ihr Können und ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis und es entstand eine zeitgemäße Toilettenanlage. Wenig vorzeigbar war dagegen das Auftreten der aktiven Fußballer. Durch die Rückkehr von Michael Staiber und die Verpflichtung von Udo Zolnai als Trainer hatte man sich eigentlich wieder einen neuen Aufschwung erwartet, doch die Erwartungen wurden nicht erfüllt und so musste man sich am Ende sogar damit begnügen nicht abgestiegen zu sein. Noch dunkler sah es bei zweiten Mannschaft aus, die sich völlig desolat zeigte und mit deutlichem Abstand Tabellenletzter wurde. Erfreulicher verlief die Saison bei der Jugend, wo man vor allem im E- und F-Jugendbereich im Verlauf des Jahres deutliche Mitgliederzuwächse feststellen konnte. Nach langer Zeit war es auch erstmals wieder gelungen eine eigene B-Jugend zu stellen, die dann unter der Regie von Ralf Wamsler und Zoltan Turai sensationellerweise gleich in Endrunde der Bezirkshallenmeisterschaften vorstieß. Topevent des Jahres war das Sportwochenende im Juli 1999, in dem die guten Ideen, des im Vorjahr durchgeführten Gemeindefestes aufgenommen und weiterentwickelt wurden. Im Mittelpunkt dieser dreitägigen Veranstaltung standen das große Jugend- und Beachvolleyballturnier, der Bargauer Dorfpokal und ein Senioren-Kleinfeldturnier. Darüber hinaus wurde im Rahmen eines Einlagespiels gegen den Verbandsligisten FC Victoria Gmünd der Kader für die Bezirksligasaison vorgestellt. Als besonderes Schmankerl konnte man die in Ruit weilende U 18-Nationalmannschaft von Georgien verpflichten. Dieses Spiel vor guter Kulisse stellte wieder einmal ein großes und denkwürdiges Ereignis in der Vereinsgeschichte dar. Auch die jungen georgischen Spieler, die man wenig später bei den Fernsehübertragungen von der Junioreneuropameisterschaft wiedersehen konnte, werden sich noch lange an den Abend in Bargau erinnert haben, sorgte doch Paul Neumann mit seiner Familie für eine delikate und landestypische Verpflegung der Gäste aus dem Kaukasus. Große Trauer herrschte am 14. Februar 2000 im Verein, als der überraschende Tod des ehemaligen Vorsitzenden Paul Waldenmaier bekannt wurde.
Der FCB im neuen Jahrtausend: Quo vadis? Zwei
vakante Vorstandsposten waren offensichtlich der Grund, warum bei der
Jahreshauptversammlung am 12. Mai 2000 mit 65 Anwesenden ein absoluter
Minusrekord der Vereinsgeschichte aufgestellt wurde. Da hatte wohl der eine oder
andere im Verein Angst in die Verantwortung genommen zu werden. So blieben die
Stellen des 2. Vorsitzenden, nach Jochen Haags berufsbedingtem Ausscheiden und
dem Rücktritt des Kassiers auch nach der Versammlung unbesetzt. Georg Rieg
musste deshalb notgedrungen sein Amt kommissarisch weiterleiten und auch Jochen
A. Haag betrieb ohne offizielles Amt die Leitung der Geschäftsstelle. Neu
dagegen waren die Stellvertretenden Abteilungsleiter Paul Klotzbücher, der den
scheidenden Spielleiter der zweiten Mannschaft, Alois Haag ablöste, Gerhard
Hegele bei der Jugend und Steffen Weiße in der Freizeitsportabteilung. Als
besonderes Zeichen darf der damalige Entschluss für eine gemeinsame Jubiläumsfeier
mit dem Turnverein im Jahr 2002 gewertet werden. Das sportliche Jahr war geprägt durch die große Krise der ersten Mannschaft und gipfelte in der Trennung von Trainer Udo Zolnai im Herbst 2000. Zu diesem Zeitpunkt stand man weit abgeschlagen am Ende der Tabelle und man hatte sich insgeheim schon mit dem Abstieg abgefunden. Doch mit der Zusage von Winfried Klotzbücher als Trainer kam die große Wende und in der Rückrunde eilte man von Sieg zu Sieg und konnte den Absturz in die Kreisliga A doch noch verhindern. Auf ca. 90 Jugendspieler war auch wieder der Stamm der Jugendabteilung angewiesen, allerdings mit der Einschränkung, dass im D- und C-Jugendbereich eine ausgezeichnet funktionierende Spielgemeinschaft mit dem TV Weiler eingegangen wurde. Für stetig steigende Mitgliederzahlen sorgte natürlich auch die Freizeit- und Skisportabteilung, die mit immer neuen Ideen eine Ausweitung ihres attraktiven Sportangebots unter kundiger Leitung vieler ausgebildeter Übungsleiter vornahmen. Leider behinderte auch weiterhin die voll ausgelastete und viel zu kleine Scheuelberghalle diese Bestrebungen noch weiter zu forcieren. Im Tennisbereich stagnierten die Mitgliederzahlen weiterhin, doch das sportliche Niveau konnte gesteigert werden. Die Juniorinnen B und die Herren 40 stiegen in die Bezirks- bzw. Verbandsstaffel auf. Einen tollen und denkwürdigen Abschied bereiteten die aktiven Fußballer am Ende der Saison ihrem scheidenden Abteilungsleiter Albert Haag. Nach 15-jähriger Tätigkeit wollte er sein Amt in jüngere Hände legen. Zu einem bunten und geselligen Fest in und ums Clubheim hatten ihn seine Schützlinge eingeladen und gekommen waren nicht nur die aktuellen Spieler, sondern annähernd alle, die im Laufe seiner Amtszeit für den FCB die Kickschuhe geschnürt hatten. Sein Posten konnte zwar auf der Mitgliederversammlung am 20. April 2001 noch nicht wieder besetzt werden, doch bis zum Rundenende hatte sich ein vierköpfiges Gremium um Michael Brenner gebildet, das die Aufgaben der Abteilungsleitung übernehmen sollte. Für den sportlichen Bereich in der Vorstandschaft stellte sich Gerold Bläse zur Verfügung, Jochen A. Haag trat wieder offiziell den Posten des Geschäftsführers an und Hubert Barth übernahm die Vereinskasse von Georg Rieg. Während die Jugend-, Tennis-, Ski- und Freizeitsportabteilung unverändert weitermachten, übernahm Klaus März den Posten bei den Seniorenfußballern. Weiterhin verwaist blieb der Posten des Wirtschaftsleiters, doch mit Paul Klotzbücher, Albert Haag und Georg Rieg und dem Wiederaufleben des Clubheimdienstes durch die aktiven Fußballer wurde auch in diesem Bereich eine provisorische Lösung gefunden, so dass man mit einer guten Aufgabenverteilung ins Jahr des 75-jährigen Bestehens ging. Als Erfolgsgarant konnte auch Winfried Klotzbücher zu einer Fortsetzung seiner Karriere als Trainer der Aktiven überredet werden und es ist der größte Wunsch aller Mitglieder, dass die Bezirksliga auch im Jubiläumsjahr trotz aller Widrigkeiten in der Hinrunde gehalten werden kann! Der Schlüssel dazu liegt in den alten Tugenden unseres Vereins und in der Bereitschaft des Einzelnen sich in der Gemeinschaft zu engagieren. Und wenn dieses Engagement auch wieder über den grünen Rasen hinausgeht und das stabile Fundament in der Jugendarbeit noch weiter gefestigt wird, sollte dem FC Germania Bargau, seinen Abteilungen und all seinen Mitgliedern auch vor der Zukunft nicht bange sein! Nachwort
des Verfassers Man darf sich glücklich schätzen wenn man bei der Aufarbeitung einer Vereinsgeschichte auf reiche Quellen stößt. Allerdings bedeutet dies auch, dass man am Ende vor der Entscheidung steht, was nun veröffentlicht wird und was aus Kostengründen gestrichen werden muss. Deshalb bitte ich um Nachsicht, wenn der eine oder andere enttäuscht ist, dass sein Name oder ein, seiner Meinung nach wichtiges Ereignis der Vereinsgeschichte nicht erwähnt wird. Um Verständnis bitte auch angesichts der Tatsache, dass in dieser geschichtlichen Aufbereitung häufig von den Auseinandersetzungen mit dem TV Bargau die Rede ist, obwohl dies inzwischen längst der Vergangenheit angehört und mit der gemeinsamen Ausrichtung der Jubiläumsfeierlichkeiten jetzt auch nach außen hin dokumentiert werden soll. Es ging mir mit der Schilderung der alten Rivalität nicht darum alte Wunden aufzureißen oder gar neue Gräben auszuheben, sondern lediglich um eine lebendige Wiedergabe dessen, was sich aus der subjektiven Sicht unseres Vereins in den 75 Jahren seines Bestehens zugetragen hat. Mein Dank gilt alle jenen, die durch ihre aktive Mithilfe zum Gelingen dieser Festschrift beigetragen haben. Besonders möchte ich an dieser Stelle Georg Rieg, Heribert Wanner, Josef Grupp und Edelbert Krieg danken. Nicht vergessen möchte ich auch Kuno Stütz, der die neuesten Erkenntnisse bezüglich der Zeit um 1920 besteuerte. Jochen A. Haag
Impressum Herausgeber: FC Germania Bargau Die Vereinschronik wurde im Jahr 2002 anlässlich des 75-jährigen Bestehens in broschierter Form herausgegeben. Der Druck erfolgte bei der Fa. Bahnmayer, Schwäbisch Gmünd und wurde durch Anzeigen finanziert. Allen Inserenten und den fleißigen Werbern Georg Rieg und Heribert Wanner sei an dieser Stelle noch einmal recht herzlich gedankt!
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